Tecap – Die Testsoftware für Elektronik und Halbleiter. Vom Engineering bis in die Produktion.

Integration und Erweiterbarkeit

Tecap ist als Standardplattform aufgebaut, soll aber nicht voraussetzen, dass jeder Testprozess identisch funktioniert.

Produktionsabläufe, vorhandene IT-Systeme, Geräte, Bedienkonzepte und organisatorische Anforderungen unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen. Deshalb trennt Tecap die gemeinsame Plattform von den Funktionen, die projektspezifisch ergänzt werden müssen.

Der Standard übernimmt wiederkehrende Aufgaben. Erweiterungen setzen dort an, wo ein Testszenario tatsächlich individuell wird.

Standardisieren, ohne Individualität zu verlieren

Eine Testplattform bringt vor allem dann einen Vorteil, wenn gemeinsame Aufgaben nicht in jedem Projekt erneut entwickelt werden müssen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Testplan und Testausführung
  • Varianten und Entwicklungsstände
  • Systemkonfiguration
  • Geräteintegration
  • Produktionsbetrieb
  • Ergebnisprotokollierung
  • Datenbanken und Replikation
  • Benutzer und Berechtigungen
  • Statistik und Analyse

Trotzdem bleiben Anforderungen, die sich nicht sinnvoll verallgemeinern lassen.

Das können besondere Produktionsabläufe, eigene Datenmodelle, firmenspezifische Schnittstellen oder spezielle Bedienkonzepte sein.

Tecap sieht solche Anforderungen nicht als Ausnahme vom Plattformgedanken. Sie werden über definierte Erweiterungspunkte in die bestehende Struktur integriert.

Plugins für kundenspezifische Funktionen

Plugins können Funktionen in Tecap ergänzen, ohne dafür den Kern der Plattform projektspezifisch verändern zu müssen.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Produktionshandling
  • kundenspezifische Prozesslogik
  • zusätzliche Bedienoberflächen
  • Visualisierungen
  • Data Logging
  • Verarbeitung zusätzlicher Ergebnisdaten
  • Integration externer Systeme
  • projektspezifische Werkzeuge
  • zusätzliche Geräte- oder Systemfunktionen
  • dynamische Testplanerstellung

Die Erweiterung bleibt damit als eigener Bestandteil von der eigentlichen Tecap-Plattform getrennt.

Das erleichtert sowohl die Weiterentwicklung der individuellen Funktion als auch spätere Tecap-Updates.

APIs als Grundlage für Customizing

Tecap stellt APIs bereit, über die Plugins und andere kundenspezifische Erweiterungen auf Informationen und Funktionen der Plattform zugreifen können.

Diese APIs sind derzeit vor allem als '''Customizing-Schnittstelle innerhalb der Tecap-Umgebung''' zu verstehen. Sie stellen keine allgemeine externe Fernsteuerungs- oder Abfrageschnittstelle dar, über die beliebige Fremdsysteme Tecap vollständig von außen steuern können.

Typischerweise läuft eine Erweiterung im Kontext von Tecap und verwendet die APIs, um mit der Plattform zusammenzuarbeiten.

Dazu stehen unter anderem Zugriffe auf folgende Bereiche zur Verfügung:

  • Testplaninhalte
  • Tests und Testgruppen
  • Varianten und Entwicklungsstände
  • Testresultate
  • zusätzliche Ergebnisdaten
  • Systemkonfiguration
  • Geräte und Ressourcen
  • Stationszustände
  • Online- und Betriebszustände
  • Kontaktierungseinheiten
  • Benutzerinformationen
  • Datenbanken
  • Produktionsinformationen
  • Ablauf- und Handling-Ereignisse

Auf dieser Ebene können kundenspezifische Komponenten Informationen aus Tecap beziehen, auf Ereignisse reagieren oder definierte Funktionen der Plattform verwenden.

Soll Tecap mit einem externen System kommunizieren, wird diese Verbindung typischerweise durch eine entsprechende Integration innerhalb des Customizings hergestellt. Diese kann dann beispielsweise Datenbanken, Web Services, TCP/IP oder andere für das jeweilige System geeignete Schnittstellen verwenden.

ERP-, MES- und Produktionssysteme anbinden

Tecap kann in bestehende Unternehmens- und Produktionssysteme eingebunden werden.

Welche Schnittstelle sinnvoll ist, hängt von der vorhandenen Systemlandschaft und dem jeweiligen Prozess ab.

Mögliche Aufgaben sind beispielsweise:

  • Produktionsaufträge übernehmen
  • Artikel- und Materialinformationen laden
  • Produktvarianten bestimmen
  • Stammdaten bereitstellen
  • Bedienerinformationen übernehmen
  • Teststart durch übergeordnete Abläufe auslösen
  • Testergebnisse zurückmelden
  • Qualitätsinformationen übertragen
  • Produktionszustände weitergeben

Solche Integrationen werden typischerweise als kundenspezifische Erweiterung umgesetzt.

Die Erweiterung nutzt intern die Tecap-APIs und kommuniziert nach außen über eine für das Fremdsystem geeignete Schnittstelle, beispielsweise Datenbankzugriffe, Web Services, TCP/IP oder andere Protokolle.

Damit wird die Tecap-Plattform mit der vorhandenen Systemlandschaft verbunden, ohne vorauszusetzen, dass das externe System unmittelbar auf interne Tecap-Funktionen zugreift.

Individuelles Data Logging

Nicht jedes Unternehmen benötigt dieselben Ergebnisdaten.

Neben den von Tecap bereitgestellten Standardinformationen können zusätzliche Daten in die Ergebnisprotokollierung aufgenommen werden.

Möglich sind beispielsweise:

  • eigene Log-Felder
  • zusätzliche Produktinformationen
  • Prozessparameter
  • kundenspezifische Statusinformationen
  • Daten aus Plugins
  • zusätzliche Informationen zu Prüfling oder Testablauf
  • eigene Testartefakte

Auch die Weiterverarbeitung der Daten kann erweitert werden.

Über Postprocessing und eigene Logger lassen sich Daten beispielsweise in kundenspezifische Formate überführen oder an externe Systeme weitergeben.

Testpläne aus externen Informationen erzeugen

In bestimmten Anwendungen steht der Testumfang nicht vollständig im Projekt fest.

Testdefinitionen, Grenzwerte oder Produktinformationen können beispielsweise aus übergeordneten Systemen oder kundenspezifischen Datenquellen stammen.

Tecap stellt Funktionen und Schnittstellen bereit, um solche Informationen in die Testplan- und Projektstruktur einzubinden.

Dadurch können Testabläufe abhängig von externen Daten aufgebaut oder angepasst werden, ohne die übrige Plattformstruktur aufzugeben.

Individuelle Bedienoberflächen und Produktionsabläufe

Der Produktionsbetrieb unterscheidet sich häufig stärker zwischen Anwendungen als die eigentliche Messaufgabe.

Tecap ermöglicht deshalb die Anpassung und Erweiterung von Bedien- und Handlingfunktionen.

Beispiele sind:

  • eigene Bedienabläufe
  • zusätzliche Dialoge
  • produktspezifische Informationen
  • Visualisierung von Maschinen- oder Prozesszuständen
  • besondere Rüstabläufe
  • Kommunikation mit Handlingsystemen
  • Freigabe- und Quittierprozesse
  • zusätzliche Bedienerinteraktionen

Dabei können individuelle Funktionen auf die vorhandenen Projekt-, Benutzer- und Ergebnisstrukturen von Tecap zurückgreifen.

Eigene Geräte und Systemkomponenten integrieren

Auch bei der Hardwareintegration ist Tecap nicht auf die bereits im Instruments Pack enthaltenen Geräte beschränkt.

Weitere Geräte oder Systemkomponenten können über definierte Schnittstellen ergänzt werden.

Das ist beispielsweise sinnvoll für:

  • kundenspezifische Messgeräte
  • interne Hardware
  • spezielle Schalttechnik
  • proprietäre Kommunikationsschnittstellen
  • Handling- und Automatisierungskomponenten
  • vorhandene Systemhardware, die weiterverwendet werden soll

Die Geräte können dadurch in die bestehende Systemkonfiguration und den Testablauf eingebunden werden.

Erweiterungen unabhängig entwickeln und testen

Individuelle Erweiterungen sollten entwickelt werden können, ohne die reguläre Tecap-Installation oder den Produktionsbetrieb zu beeinflussen.

Das Scenario Tool ermöglicht dafür getrennte Start-Szenarien.

Damit können beispielsweise:

  • unterschiedliche Plugin-Konfigurationen
  • Entwicklungsstände
  • Testumgebungen
  • Integrationsvarianten
  • experimentelle Erweiterungen

unabhängig voneinander eingerichtet werden.

So können neue Funktionen unter definierten Bedingungen entwickelt und geprüft werden, bevor sie in eine reguläre Umgebung übernommen werden.

Standard und Customizing bleiben getrennt

Der entscheidende Punkt ist nicht, möglichst alles zu standardisieren.

Ebenso wenig ist es sinnvoll, jede Besonderheit direkt in eine allgemeine Plattformfunktion zu überführen.

Tecap versucht deshalb, eine klare Grenze zu schaffen:

  • wiederkehrende Aufgaben bleiben Bestandteil der Plattform
  • individuelle Anforderungen werden über definierte Erweiterungspunkte ergänzt
  • kundenspezifischer Code bleibt von der Standardsoftware getrennt
  • Plattform und Erweiterungen können unabhängig weiterentwickelt werden

Dadurch lässt sich eine gemeinsame technische Basis verwenden, ohne projektspezifische Anforderungen aufgeben zu müssen.

Wenn aus einer individuellen Anforderung eine allgemeine Funktion wird

Manche Anforderungen treten nicht nur in einem einzelnen Projekt auf.

Wenn sich aus einer kundenspezifischen Aufgabe eine allgemein nutzbare Funktion ableiten lässt, kann sie sinnvollerweise in die Weiterentwicklung der Plattform einfließen.

So entstehen Funktionen, die zunächst aus realen Projekten hervorgegangen sind, später aber allen Anwendern zur Verfügung stehen können.

Damit bleibt Tecap nicht nur erweiterbar, sondern entwickelt sich auch aus praktischen Anforderungen kontinuierlich weiter.

Wie viel Individualisierung ist sinnvoll?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten.

Manche Anforderungen lassen sich vollständig mit vorhandenen Tecap-Funktionen abbilden. Andere benötigen eine kleine Erweiterung. In manchen Projekten sind umfangreichere Integrationen notwendig.

Entscheidend ist weniger, ob eine Lösung Standard oder individuell ist.

Wichtiger ist die Frage, welche Teile sinnvoll standardisiert werden können und wo Individualität tatsächlich einen Mehrwert schafft.

Tecap stellt dafür die gemeinsame Plattform bereit und lässt die notwendigen Erweiterungspunkte offen.

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