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Wie lässt sich ein Testsystem schrittweise migrieren?

Wer eine bestehende Testlandschaft modernisieren möchte, steht schnell vor der Frage, wie sich der Übergang organisieren lässt, ohne den laufenden Betrieb unnötig zu gefährden. Die naheliegende Antwort lautet: schrittweise.

Doch was bedeutet das konkret? Einen einzelnen Tester kann man nicht beliebig in kleinen Portionen migrieren. Irgendwann muss das neue Testprogramm mit der neuen Software den Betrieb übernehmen. Der eigentliche Spielraum entsteht deshalb an anderer Stelle: durch mehrere Testprojekte, mehrere Stationen oder den parallelen Betrieb alter und neuer Software.

Entscheidend ist, die richtige Einheit für die Migration zu finden.

Was lässt sich tatsächlich schrittweise migrieren?

Läuft auf einer Teststation genau ein Testprojekt, ist die komplette Station häufig bereits die kleinste sinnvolle Einheit. Testprogramm, Geräteanbindung und alle für den Betrieb erforderlichen Funktionen müssen zum Zeitpunkt der Umstellung verfügbar sein.

Die Vorbereitung erfolgt schrittweise, die eigentliche Inbetriebnahme hat jedoch einen klaren Umschaltpunkt.

Anders sieht es aus, wenn eine Station mehrere Testprojekte für unterschiedliche Produkte oder Varianten ausführt. Können bisherige und neue Testsoftware auf demselben Betriebssystem betrieben werden, lassen sich einzelne Projekte nacheinander übertragen. Bereits migrierte Projekte laufen auf der neuen Plattform, während andere zunächst in der bisherigen Umgebung verbleiben.

Damit kann sich die Umstellung über einen längeren Zeitraum verteilen, ohne dass alle Projekte gleichzeitig angefasst werden müssen.

Bei mehreren Stationen beginnt die Migration mit einem Pilotprojekt

Noch größer wird dieser Spielraum bei einem Pool vergleichbarer Teststationen. Hier bietet es sich an, zunächst eine komplette Station als Pilot zu migrieren.

An ihr wird die neue Plattform unter realen Bedingungen eingerichtet und erprobt. Geräteanbindungen, Testprogramme, Ergebnisdaten und Produktionsschnittstellen werden umgesetzt und die Installation für den späteren Roll-out vorbereitet.

Soweit technisch möglich, bleibt die bisherige Software parallel erhalten. Die Station kann dann während der Einführungsphase wahlweise mit dem bisherigen oder dem neuen Stand betrieben werden. Der neue Stand muss sich also zunächst bewähren, ohne dass der bisherige Betrieb sofort aufgegeben werden muss.

Das funktioniert allerdings nur, wenn die technischen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Muss beispielsweise gleichzeitig ein nicht mehr unterstütztes Betriebssystem ersetzt werden, kann der Parallelbetrieb auf derselben Station entfallen.

Aus dem Pilotprojekt wird ein Roll-out

Ist die erste Station erfolgreich migriert, verändert sich die Aufgabe. Viele grundlegende Fragen sind beantwortet, Geräte und Schnittstellen wurden integriert und die Vorgehensweise für Installation und Konfiguration ist bekannt.

Die weiteren Stationen können nun Stück für Stück folgen.

Dabei muss kein künstlicher Zeitdruck entstehen. Eine Station kann kurzfristig umgestellt werden, eine andere bei einer ohnehin geplanten Wartung und eine weitere möglicherweise erst Monate später. Entscheidend ist nicht ein gemeinsamer Stichtag, sondern ein kontrollierter Übergang.

Auch der Aufwand für externe Unterstützung verändert sich. Während beim Pilotprojekt häufig noch technische Anpassungen und grundlegende Entscheidungen notwendig sind, kann der Kunde viele Schritte des späteren Roll-outs selbst übernehmen. Unterstützung wird dann gezielt dort eingesetzt, wo neue Anforderungen oder technische Besonderheiten auftreten.

Alt und Neu dürfen nebeneinander bestehen

Eine schrittweise Migration muss auch nicht zwangsläufig damit enden, dass die bisherige Umgebung vollständig verschwindet.

In gewachsenen Testlandschaften gibt es häufig Stationen oder Testprojekte, deren Migration wirtschaftlich wenig sinnvoll wäre. Vielleicht wird ein Produkt nur noch selten gefertigt. Vielleicht soll eine ältere Anlage nur noch für ihre verbleibende Nutzungsdauer betrieben werden. Oder technische Abhängigkeiten würden einen unverhältnismäßig hohen Aufwand verursachen.

Wenn alte und neue Umgebung parallel betrieben werden können, besteht kein Grund, solche Systeme allein der Einheitlichkeit wegen zu migrieren.

Das verändert auch die Perspektive auf die gesamte Modernisierung: Die neue Plattform muss nicht zu einem bestimmten Stichtag überall eingeführt sein. Sie kann dort beginnen, wo sie benötigt wird, und sich anschließend im eigenen Tempo über die Testlandschaft ausbreiten.

Die richtige Migrationseinheit entscheidet

Schrittweise Migration bedeutet deshalb nicht, jeden Tester Stück für Stück umzubauen. Entscheidend ist vielmehr, die kleinste sinnvolle Einheit zu finden, die vollständig migriert werden kann.

Bei einem einzelnen Tester kann das die komplette Station sein. Bei mehreren Testprojekten kann jedes Projekt eine solche Einheit bilden. Bei einem größeren Stationspool ist es zunächst eine Pilotstation, aus der anschließend ein wiederholbarer Roll-out entsteht.

So wird aus einer potenziell großen Umstellung eine Folge überschaubarer Schritte. Bestehende Systeme können weiterarbeiten, Erfahrungen aus den ersten Migrationen fließen in die nächsten ein und das Tempo richtet sich nach technischen Notwendigkeiten, Produktionsplanung und verfügbaren Ressourcen.


  • Unsere Erfahrung mit bestehenden Testanlagen, Geräteintegration und der schrittweisen Einführung neuer Testsoftware kann Sie bei der Planung und Umsetzung eines solchen Migrationswegs unterstützen. Mit der Tecap Automated Test Platform steht dafür eine Softwarebasis zur Verfügung, die sich in bestehende Testumgebungen integrieren und schrittweise über weitere Projekte und Stationen ausrollen lässt.

Sprechen Sie uns an für ein unverbindliches Gespräch über Ihre bestehende Testlandschaft und mögliche Migrationswege.

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